Vintage 101: CHANEL Schmuck (Original oder Fake?)

Von der faszinierenden Geschichte von Gabrielle "Coco" Chanel selbst, über die Entwicklung des Modehauses im Laufe der Jahrzehnte, bis hin zur tadellosen Qualität und Handwerkskunst: Es gibt tausend Argumente, warum der Besitz eines Vintage Chanel Schmuckstücks etwas Besonderes ist. Doch leider gehört CHANEL auch zu den meist gefälschten Marken im Fashion Bereich. Wir zeigen dir, wie du das Original vom Fake unterscheiden kannst!

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Inspiriert von der Funktionalität der Herrenbekleidung, hatte Coco Chanel, - ihrer Zeit weit voraus - , nach dem Ersten Weltkrieg großen Einfluss auf die Entwicklung der Damenmode von unbequemen Kleidern und Roben hin zu praktischeren Kleidungsstücken, die gleichzeitig die feminine Eleganz behielten. Coco Chanel verstarb Anfang der 70er Jahre in hohem Alter.  Das Modehaus wurde erst wiederbelebt, als Karl Lagerfeld Anfang der 80er Jahre die Leitung übernahm und die reiche Firmengeschichte als Inspiration für seine eigenen Kreationen nutzte.

 

Wie du 100% originalen Chanel-Schmuck erkennst

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(1) Qualität

Obwohl immer noch als Modeschmuck eingestuft, wurden die Stücke in diesen Jahrzehnten bereits mit 18kt Gold vergoldet. Wir sehen nur sehr selten ein derart hohes Niveau der Vergoldung bei anderen Vintage-Schmuckstücken!

(2) Ikonisches Design

In den 80er und 90er Jahren gab es eine Handvoll ikonischer Motive, die von Chanel-Designern bevorzugt wurden.

Darunter waren Herzen, Kleeblätter, Kamelienblüten sowie Steppmotive. Die meisten Vintage-Stücke tragen das berühmte Doppel-C-Logo. Ebenfalls beliebt waren auch Interpretationen der berühmten 2.55 Handtasche und Bouclé-Jacke.

Wusstest du, dass Chanel erst ab den 2000er Jahren erstmals Ohrringe mit Steckern entworfen hat?

(3) Material

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  • (Faux-) Perlen! Ob bei Ohrringen, in einer mehrreihigen langen Kette oder als Abhänger einer Brosche - Perlen kommen gerne und häufig zum Einsatz und symbolisieren den teuren, klassischen Stil von Chanel.

  • Gripoix! Statt Strasssteinen oder Cabouchons verwendet Chanel bunte Steine aus sog. “Glassfluss”. Gripoix bedeutet übersetzt “Gussglas” - Glass wird direkt in die vorgesehene Mulde des Schmuckstücks gegossen, so dass die sehr natürlich aussehenden, oft etwas verbeulten Steine entstehen. Dies ist offensichtlich erkennbar, wenn man die Rückseite des Schmuckstücks betrachtet. Gripoixsteine haben in der Regel leichte Nuancen von Stein zu Stein, da sie handgefertigt werden. Es war damals und ist heute noch teuer, diese Art von französischem Glas in Modeschmuckteilen zu verwenden. Daher findet man diese Steine nur bei Couture-Schmuck von Chanel, Dior, YSL, Lacroix und Givenchy.

(4) Signaturen

Schmuck wurde in saisonalen Kollektionen eingeführt. Seit den 2000er Jahren gibt es zusätzlich auch die Zwischenkollektionen Cruise/Resort und Pre-Fall. Vor 1990 hat Chanel seine Stücke leider nicht datiert, aber alles nach diesem Zeitraum ist mit der genauen Jahreszeit der Kollektion und dem Datum signiert:

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  • A steht dabei für “Automne” (frz. “Herbst”) und somit die Herbst/Winter-Kollektion,

  • P für “Printemps” (“Frühjahr”) also die Frühjahr/Sommer-Kollektion,

  • Neuere Stücke können auch die Bezeichnung C für die Cruise- oder V für die Pre-Fall-Zwischenkollektion tragen.

Achte auf die Plakette!

  • In den 1970er und 1980er Jahren wurden Schmuckstücke mit kreisrunden Plaketten versehen

  • Erst ab den 1990er Jahren wurden diese durch kleinere ovale Plaketten ersetzt.

  • Sämtliche Plaketten sind aufgesetzt und verlötet - NICHT direkt in das Metall gestempelt (erst seit 2018 wird direkt gestempelt)

  • Die Gravur ist filigran und unter der Lupe gut lesbar - NICHT unleserlich oder stümperhaft graviert

 
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1970er / 80er Jahre: Die Signatur befindet sich auf einer kreisrunden Plakette und beinhaltet den Chanel-Logoschriftzug, © (oben links) und ® (oben rechts), sowie “Made in France”

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Ab 1990er Jahre: Die Signatur befindet sich auf einer ovalen Plakette und beinhaltet neben Logoschriftzug, © (oben links) und ® (oben rechts), “Made in France” auch Datierung (1995) und Einordnung (A = Autumn/Winter-Collection)

Übrigens: Weitere Hilfen bei der Erkennung von Originalen findest du in folgenden Blogartikeln: